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RaumLabor Tag 1

on Februar 19

Kinder im RaumLabor: Gas ist unsichtbar, hat aber viel Kraft

Logbucheintrag Tag 1 | 19. Februar 2014
Koordinaten | Breitengrad: 50.17790467 | Längengrad: 8.659756799999968

„Boah, ist das hart!“, ertönt eine Stimme aus dem Pulk wuselnder Kinder hervor. Mitten im Raum versammelt sich die Klasse 4a der Textorschule Frankfurt um eine große schwarze leichte Folie. Mit einem Ventilator pusten die SchülerInnen heiße Luft in die Folie, die sich zum Ballon aufbläst.

„Das wird ja voll groß“, freut sich ein Kind. „Vorsicht, Vorsicht, nicht anfassen. Die Luft! Jetzt wirds richtig heiß…“ Kinderaugen wachsen, als das schwarze Ungetüm abhebt. Warum fliegt der Ballon mit heißer Luft ab, mit kalter aber nicht? Weil heiße Luft leicht ist und nach oben steigt.

Um solche Fragen wie, „Was ist ein Gas?“, „Was bedeutet CO2 und Atmosphäre?“ und „Was macht eigentlich der Treibhauseffekt?“, geht es heute im RaumLabor beim Umwelt-Exploratorium e.V.. Es ist der erste Tag der fünftägigen Kinderakademie, die die 10-jährigen Kinder als Konsumenten von morgen zu wichtigen Themen rund um den Planeten informieren will.

Eine große Kuppel als Raumschiff und Labor

Die Workshops der Akademie gehören zum Projekt MORGEN IST JETZT. Ihre Ergebnisse finden sich später im „RaumSchiff“ wider, das in Form eines Zendomes zur Luminale auf dem Römerberg stehen wird. Auch für die Kinder ist die weiße Kuppel, die zuvor in den Hangar des Alten Flughafens in Bonames gebaut wurde, das Zentrum des Geschehens. Die Raumfahrt dient als spielerische Allegorie, der kleine ForscherInnen und AstronautInnen entspringen.

„Mit dem Projekt schulen wir die Kinder als die Generation der Zukunft, damit sie bewusst werden gegenüber Klima- und Umweltschutzthemen“, erklärt Florian Unger vom Frankfurter Energiereferat, das zusammen mit dem Frankfurter Kinderbüro als Absender von MORGEN IST JETZT auftritt.

„Die Stadt Frankfurt arbeitet derzeit am Masterplan 100% Klimaschutz, der unter anderem Bildungsmaßnahmen zu diesen Themen vorsieht. Aber das ist noch nicht alles: Das zweischienige Projekt geht auf der Luminale weiter, wo diese weiße Kuppel auch stehen wird. Dann wird sie etwas anders aussehen und interaktiv sein. Dort können die Besucher die Themen spielerisch erschließen.“ Stephanie Kayß heißt die Künstlerin, die Idee für die interaktive Kunstinstallation entwickelt hat.

Fragen, die uns alle etwas angehen

„Für das Frankfurter Kinderbüro ist es von großer Bedeutung, dass Kinder zu allen relevanten Entscheidungen bezüglich ihres Lebensumfeldes einbezogen oder befragt werden“, fügt Thomas Ziegler als dessen Projektleiter an.

„Dies setzt insbesondere bei Zukunftsfragen Kompetenzen voraus, wie sie im Rahmen des RaumLabors den Kindern spannend und experimentell vermittelt werden. Dass bei der Gelegenheit neben vielen Aha-Erlebnissen auch noch Fragen entstehen, die uns Erwachsene teils gehörig irritieren, ist ein weiterer hoch erwünschter Effekt der Kinderakademie.“

„In einem Raum voll CO2 kann ich nicht atmen“

Effektreich geht es auch im Zendome zu. Ein Mädchen kommt mit Geschrei aus der Kuppel gestürmt. Alexandra hat ein Glas mit einer Flüssigkeit in der Hand und verzieht ihr Gesicht. „Iiiiih, ist das eklig. Riech mal!“ Beißender Essiggeruch strömt aus dem Glas.

Dann läuft das Mädchen zurück in das runde RaumLabor. Drin verschiedene Versuchstische, an denen die Schüler experimentieren. Alexandras Gruppe produziert Kohlendioxid, indem sie auf den Essig im Glas Natron kippt. Die Mischung schäumt und bildet das CO2, das durch einen Schlauch kommt und wiederum in einem kleineren Schraubglas mündet.

„Das ist das, was wir ausatmen“, erklärt Alexandra. Da das Gas schwerer ist als Luft, bleibt es eine zeitlang in dem Schraubglas. Die Schülerin zündet ein Streichholz an und hält es hinein. „Das Steichholz geht aus!“, stellt sie fest. Die Flamme ist buchstäblich erstickt. So ist das also: Man braucht natürlich Sauerstoff auf einem Planeten, um atmen zu können.

Stickige und feuchte Luft durch Treibhauseffekt

An einem anderen Tisch beobachtet Alma zwei mit etwas Wasser gefüllte Glasflaschen. Die eine Flasche ist mit reflektierender Alufolie beklebt, die andere mit absorbierender schwarzer Folie.

Eine Lampe bestrahlt die Flaschen, die luftdicht verschlossen sind. Nur ein Loch gibt es am Verschluss, und da kommt pro Flasche ein Schlauch heraus, der bis unten ins Wasser hängt. „Die Flasche hier wird ganz warm!“ Alma zeigt auf die schwarze Folie. „Achtung, Achtung, es kommt gleich hoch!“ Das Wasser steigt im Schlauch an, bis es am äußeren Ende heraustropft.

Till Hergenhahn vom Umwelt-Exploratorium e.V., weiß, warum das nur bei der Flasche mit der schwarzen Folie passiert: „Schwarze Folie absorbiert die Wärme. Wo es warm wird, dehnt sich die Luft aus“, beschreibt, das Ergebnis. „Die Luft drückt dann auf das Wasser. Das muss ausweichen, und es kann nirgendwo anders hin als durch den Schlauch.“

Auch der Treibhauseffekt wird hier nachgebaut: mit einer Glasscheibe über einer Herdplatte. „Was passiert mit der Wärme? Die bleibt unter der Glasscheibe. Denn Glas lässt Licht durch, aber keine Wärme.“ – „Deswegen stinkt das so manchmal im Sommer im Haus“, staunt Deborah. „Meine Mama reißt dann immer die Fenster auf.“

Die Sonne als Energiespender

Hamza und Denis stehen an der Photovoltaik-Station und hantieren mit Heißklebepistole, Kabel und Folie. Denis demonstriert schon mal, was passiert wenn er ein bestimmtes Kabel an einen Mini-Propeller hält. „Guck, jetzt dreht er sich. Je näher das hier an der Sonne ist, desto stärker wirkt die Energie.“ Er zeigt auf eine kleine Solarzelle. „Und irgendwann dreht er sich tausendmal so schnell“, denkt Hamza weiter.

„Wir stellen hier ähnliche Situationen wie in der Raumfahrt dar und bauen die Brücke zum Alltag“, so Hergenhahn. „Wie verbrauchen wir weniger Energie mit unserem Raumschiff? Wie wird Kleidung ‚raumfahrttüchtig’? Heute geht es um Gase und das Klimathema. In den nächsten Tagen erwarten uns noch viele spannende Themen, und die Kinder werden eigene Sachen basteln.“

Fotos RaumLabor: Salome Roessler

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