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RaumLabor Tag 4

on Februar 26

Kinder im RaumLabor: Soooo hoch fliegt die Weltraumrakete

Logbucheintrag Tag 4  | 26. Februar 2014
Koordinaten | Breitengrad: 50.1779046 | Längengrad: 8.659756799999968

Wie erklärt man einem neunjährigen Kind den Begriff „Suffizienz“, den auch nicht jeder Erwachsene kennt? Zudem mag die Bedeutung gerade für Kinder unpopulär sein: Ab einem bestimmten Punkt ist eine Sache genug, weniger ist manchmal mehr, und wir tun der Umwelt und uns selbst etwas zuliebe, wenn wir hier und da weniger und dafür genussvoller konsumieren.

Suffizienz als ein richtiges Maß, das man nicht anhand der Menge oder Zahl messen kann – das rüberzubringen versuchen Till Hergenhahn und Rolf Degel vom Umwelt-Exploratorium am insgesamt vierten Workshoptag im RaumLabor mit einem kleinen Test:

Jede Schülerin und jeder Schüler der Klasse 4a der Textorschule darf sich entscheiden, ob sie zwei Zuckerwürfel bekommen oder ein Gummibärchen. Beide Möglichkeiten werden gewählt. Aber warum würde jemand wohl auf zwei Zuckerwürfel verzichten, wo zwei Stück Zucker doch mehr sind als ein einzelnes Gummibärchen?

„Zuckerwürfel schmecken halt nicht so gut, ich finde Gummibärchen besser.“ Benno kennt seine Prioritäten: Der Genuss ist ihm mehr wert als die Menge. „Zuckerwürfel auf die Dauer sind doch eklig“, meint Paul. Vor allem, wenn es nachher um ganze Packungen Zucker und Gummibärchen geht.

LED-Lampen sind besonders effizient

Till Hergenhahn und Rolf Degel zücken noch andere Beispiele für die Suffizienz-Sache aus ihrem Ideen-Vorrat: Die Unordnung im eigenen Zimmer kann ganz schön nerven. Wenn tausend Sachen herumliegen, gibt es weniger Platz zum Spielen.

Und brauchen Kinder überhaupt soviel Spielzeug, Massen an Legobausteinen, Unmengen an Produkten und damit Fabriken, die beim Produzieren der Sachen in China Smog verbreiten? Wahrscheinlich können wir auch Spaß haben mit weniger Dingen – mehr Raum und eine saubere Natur sind inklusive! So lebhaft, unterschiedlich und subjektiv diskutieren Kinder das Thema „Suffizienz “. Am Ende ist klar: Viel hilft nicht immer viel.

„Effizienz“ bedeutet etwas anderes: Hier soll die Wirkung groß sein mit möglichst wenig Einsatz. Die Experten vom Umwelt-Exploratorium demonstrieren das anhand verschiedener Leuchtmittel, einer Glühbirne, einer Halogen-, einer Energiespar- und eine LED-Lampe, und erklären die Maßeinheit „Watt“.

Alle vier Varianten spenden Licht, aber sie leuchten mit unterschiedlicher Lichtqualität und brauchen unterschiedlich viel Energie. Am besten schneidet eines ab: „Die LED-Lampe leuchtet am schönsten und ist dabei am strom-sparend-sten“, müht sich Kian mit der zugegeben komplizierten Steigerung des Partizips ab.

Die Weltraumkapsel transportiert Baumaterial und Astronaut

Über all diesen Teilthemen des heutigen und morgigen Akademietags steht die große Marsmission: Die Schüler-Crew der AstronautInnen plant eine Reise für sieben Monate zu dem fernen Planeten. Da können sie natürlich nicht viel mitnehmen und versuchen, bei der Zusammenstellung ihres Gepäcks möglichst suffizient zu sein.

Effizienz spielt unter anderem für RaumSchiffe eine Rolle. Als große finale Aufgabe sollen sich die jungen Konstrukteure in Gruppen aufteilen und bis zum nächsten Tag Marsraketen aus Pappe basteln. Lorenz kann das Bauprinzip erklären:

„Der Teil mit der Rakete ist eine Flasche und mit Druckluft schießen wir die Rakete nach oben! Das macht dann sooo…!“ Zwei Kinderarme öffnen sich weit und zeigen, wie unfassbar weit und mindestens bis zum Mars diese Rakete fliegen wird. Achtmal darf Luft in die Rakete gepumpt werden. Diejenige, die bei gleichem Energieaufwand am weitesten fliegt, ist die effizienteste.

Ein Wettlauf um das tollste Flugggerät beginnt: Aerodynamik, Reibung und Gewicht sind für die Effizienz ausschlaggebend. Aber auch Buntheit und Schönheit werden bewundert. Manche Gruppen arbeiten an der Kapsel. Die besteht aus leichten Pappstreifen, die zu einer Kugel getackert werden. Folie umschließt die Lücken. Nur ein Loch bleibt, durch das noch Equipment und Passagier reinkommen müssen.

Eine ganze Crew bastelt in ihrem Element

Die Kapsel sitzt später auf der Rakete. Ein Pappzylinder umschließt eine Plastik-Wasserflasche, die später mit Luft gefüllt wird. Als Ventil dient der Verschluss der Flasche, in den ein Loch und dadurch wiederum ein dünner Schlauch kommt. Konzentration ist gefragt beim Konzipieren und Basteln, wie auf den Fotos zu sehen ist.

Dieser Luftdruckantrieb soll später ähnlich wirken wie der eines aufgeblasenen Luftballons nach dem Loslassen. Wichtig sind noch die Laufräder, dank derer die Marsrakete in „ihrer Flugbahn“ bleibt. Denn die Räder – natürlich auch aus bunter Pappe – sitzen nachher in einer Seilbahn. Sie halten das UFO (Unaufhaltsames Flugobjekt) mit einem leichten Drahtgestell fest.

Ganz schön viel Arbeit ist das für die Kinder, die total in ihrem Element schnippeln, kleben, hantieren. Reibungswiderstand, Gewicht und Luftwiderstand spielen noch eine wichtige Rolle für die Flugkraft. Manch eine Rakete bekommt Fenster, eine andere wird besonders aerodynamisch und eine weitere hat Finnen.

Fertig sind viele bunte, ganz unterschiedlich und kreativ gestaltete Marsraketen. Aber bevor es ans wilde Ausprobieren geht, gilt es, die letzten Tage Revue passieren zu lassen. Und zwar morgen.

Fotos RaumLabor: Salome Roessler

 

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